21minutenpause
Ein Stock von hier. Das Blog erstmal weg.
Irgendwie geht es weiter. Irgendwo.
Und jetzt die Fragen (angeblich Proust):
Was ist für Sie das vollkommene Glück?
Eine zeitlich lange, direkte Abfolge von Momenten der Zufriedenheit.
Was ist Ihre größte Angst?
Spott Anderer.
Mit welcher historischen Person identifizieren Sie sich am meisten?
Franz Kafka.
[Alternativ: Anne Frank, nur ohne Tagebuch und Nazis.]
[Eigentlich aber: Virginia Woolfe aus der Sicht von Michael Cunningham]
Welche lebende Person bewundern Sie am meisten?
Man kann jede Person für mindestens eine Sache bewundern bis beneiden. Habe ich festgestellt.
Welchen Ihrer Charakterzüge missbilligen Sie?
Unbeständigkeit.
Welchen Charakterzug missbilligen Sie an anderen?
Hedonismus.
Was ist Ihr größter Luxus?
Der größte Luxus, den ich mir leiste: Unselbstständigkeit.
Der größte Luxus, den ich anderen gebe: Integrität.
Wohin reisen Sie gern?
Ich reise gern, komme jedoch nur ungern irgendwo an.
Welche Tugend wird Ihrer Meinung nach überschätzt?
Keine, denn zu viele Tugenden werden unterschätzt beziehungsweise selbstbezogen umdefiniert. Weitere Kürzungen wären ein Schnitt am falschen Ende.
Wann lügen Sie?
Um mich zu schützen oder den Selbstschutz anderer zu umgehen.
Was stört Sie am meisten an Ihrem Äußeren?
Die Differenz im Abgleich mit Anderen. Nicht nur von mir selbst.
Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Talent ist Können, Können wächst aus Übung, Übung ist ein Lernprozess. Daher: Schönheit
Welches Wort oder welche Redewendung gebrauchen Sie zu häufig?
Zynismus im Allgemeinen. Flüche aller Art. Alles jedoch zweckdienlich.
Was bedauern Sie am meisten?
Die Fehler Anderer.
Wer ist die größte Liebe Ihres Lebens?
Ich selbst. Sadistisch vor Allem, masochistisch in unvermeidbarer Konsequenz.
Wo und wann waren Sie am glücklichsten?
Rückblickend.
Wenn Sie etwas an sich ändern könnten, was wäre das?
Ich wäre gern gewöhnlich, manchmal. In Momenten inkonsequenten Denkens.
Was betrachten Sie als Ihren größten Erfolg?
Ich habe noch nichts getan.
Als wer oder was möchten Sie wiedergeboren werden?
Mir reicht ein Leben, wenn es erfüllend gewesen sein wird.
Was ist Ihr wertvollster Besitz?
Nichts Materielles.
Was wäre für Sie das größte Unglück?
Verlust von Hoffnung.
Ihr Motto?
Geht nicht mit: Geht Ohne. - Geht ohne, weil muss!
Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Denken.
Was ist Ihr Hauptcharakterzug?
Vorsicht.
Welche Eigenschaften schätzen Sie am meisten bei einem Mann?
Schwächebewusstsein ohne Hilflosigkeit.
Welche Eigenschaften schätzen Sie am meisten bei einer Frau?
Stärkebewusstsein ohne Selbstüberschätzung.
Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?
Transparenz.
Ihre Lieblingsschriftsteller?
Wenn man das an der Anzahl der von mir bisher gelesenen Bücher eines Autors misst: Stephen King.
Wie möchten Sie gern sterben?
Diesbezügliche Wünsche: Siehe Frage „Ihr Motto?“
Was können Sie nicht leiden?
Wenn Menschen Anglizismen in deutsche Sätze einbetten, sich Schorf noch nicht abknibbeln lässt, schon Milch in der Tasse ist aber dann nicht mehr genug Kaffee in der Kanne, Menschen den ganzen Tag fernsehen, der Tag noch vier Stunden hat aber die Zigarettenschachtel nur noch drei Zigaretten, mir jemand beim telefonieren zuhört, ein guter Song am Schluss ausgeblendet oder von Radiomoderatorengerede unterbrochen wird, meine Mutter behauptet ich brauche keine neuen Schuhe, alte Männer in öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Politik schimpfen, blonde Frauen mit Klimperarmreifen kichern, ich Emails foller Rechtschriebfeler gesentet bekome, in einer Kurznachricht alle Buchstaben groß geschrieben sind, Mütter im Kaufhaus ihre Kinder anschreien, VerkäuferInnen nicht freundlich sind, die Vögel zwitschern wenn ich ins Bett gehe, mein Weichspüler im Waschkeller leer wird ohne dass ich gewaschen habe, die Post noch nicht da ist wenn ich das Haus verlasse, sich Menschen in Warteschlangen künstlich aufregen warten zu müssen, Speisereste beim Spülen nicht sofort abgehen, Uniprofessoren sich weigern Mikrophone zu benutzen, studentische Hilfskräfte herablassend sind, Fast-Food kalt ist bis man am Tisch angelangt ist, ich Tomaten kaufe und die nicht nach Tomate schmecken, der Spiegel nach dem Duschen beschlagen ist, Omas fremden Kindern in der Straßenbahn auf die Finger hauen, ich mal wieder aus Versehen in der 1. Klasse sitze und erwischt werde, ich mir ständig anhören muss dass jemand nächstes Semester einen Schwedisch-Kurs besucht, Staub sich hinter meinem Handydisplay (Mobiltelefonbildschirm) sammelt, die Mailbox (der Anrufbeantworter) rangeht, das Rotweinglas Flecken auf dem Tisch hinterlässt, schon wieder keine Kohlensäure mehr in der Cola ist, ich mich selbst dabei ertappe wie ich Ausreden erfinde, ich mühsam eine Nachricht getippt habe und ein Servererror mir dann beim Senden alles löscht, mich Menschen anstarren, der Mörder erst in der letzten Viertelstunde in die Handlung eingeführt wird, dieser schreckliche “Fehler”-Ton von Windows ertönt, Hemden nach der Autofahrt verknittert sind, auf der Gegenseite der Akku anfängt zu piepsen, Menschen beim Essen schmatzen (besonders beim Apfelessen)…undundund.
