(2015) Wer frei von Schuld ist…

Freitag, 29 Februar, 2008

Die Ereignisschleife, die mich nun auf dieselbe Art ausgespielt wie seinerzeit in dieses Spiel gebracht hat. Loyale Handreichungen Vieler zum Aushebeln des Einzelnen. Die Möglichkeit des Einzelnen, Kompromisse über die Köpfe Anderer hinweg zu schließen, um eigenen Vorteil daraus ziehen zu können. Jeder ist seines Glückes Schmied.

Es ist nicht die Sache an sich, die verletzt, nicht die übrigen Hauptpersonen. Es sind die Menschen daneben, die die Fäden gesehen haben und ihre individuellen Prämissen vor ihrem Eingreifen, wodurch die Bewegung erst Antrieb wurde. Nicht die Schwimmer, die schwimmen. Sondern das die Schwimmer tragende Wasser. Zu den Menschen also die Umstände. Und das Gesetz, dass Alles sich stetig verändert.
Gerade Letzteres, hat man es erst verinnerlicht, erstickt die notwendige Suche nach Schuld und verhindert das Finden von Kanälen für die Trauer. Wenn Nichts konstant ist, kann man kein Recht auf Konstanten für sich erheben und ihr Fehlen bzw. Versagen nicht als Anlass nehmen, die eigene Trauer darüber durch die Suche nach einem Verantwortlichen und somit eine Schuldzuweisung zu überwinden. Jede solche Suche bleibt ergebnislos.
- Niemand hat die Schuld an einer Veränderung zu tragen, wenn die Veränderung kein bewusst initiierter Prozess, also aufzuhalten gewesen wäre.

Ich kann daher nicht mit dem Finger auf Schuldige zeigen, wenn keine Schuld existiert. Ich kann nicht toben und wüten, denn nirgens können Tob und Wut hin. Und ich kann nicht in Selbstmitleid verfallen, denn das wäre erbärmlich und ich erlaube es mir nicht.
Und, was das Schlimmste bleibt: Ich kann niemanden verurteilen für das, was ihm widerfährt, wenn ich selbst etwas mir nach demselben Prinzip Widerfahrenes zu einem früheren Zeitpunkt angenommen habe.
“Wer frei von Schuld ist, schlage zuerst das Schwein!”

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